Ausstellungen bieten Einladung zum Rendezvous mit Russland. Zwischenstation: Zerbst/ Anhalt

Ausstellungen bieten Einladung zum Rendezvous mit Russland. Zwischenstation: Zerbst/ Anhalt

von Annegret Mainzer, Zerbst

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Hochkarätig besetzt waren die ersten Besucherreihen am Abend des 29. April während der Eröffnung zweier Ausstellungen im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin, die zum Rendezvous mit Russland einladen, wie einer der Festredner treffend bemerkte.

Bei den Ausstellungen handelt es sich zum einen um eine vom seit 1992 bestehenden Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Historischen Museum Moskau initiierte Präsentation von hochwertigen Reproduktionen originaler Porträts zum Thema Kaiserin Katharina II. und ihre Familie, die langfristig im Schloss Zerbst zu sehen ist. Die zweite Ausstellung ist eine Personalausstellung des jungen russischen Künstlers Sergej Onutschkin mit dem Titel Rus und der malerische Ort Ust- Zilma.

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Oleg Ksenofontov, Direktor des Berliner Russischen Hauses der Wissenschaft und Kultur, konnte an diesem Abend Wladimir M. Grinin, den Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland, Andreas Dittmann, Bürgermeister der Stadt Zerbst/ Anhalt, den russischen Künstler Sergej Onutschkin, Vertreter des Staatlichen Historischen Museums Moskau, des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. sowie des Kieler Zarenvereins begrüßen. Des Weiteren waren angereist Eduard von Anhalt sowie ein Vertreter der Familie von Bismarck. Flankiert und umlagert wurde die illustre Gästeschar von hauptsächlich russischen Medienvertretern.

Botschafter Wladimir Grinin bezeichnete in seinem Grußwort die zwei Ausstellungen als die wahre Widerspiegelung dessen, was man das Geheimnis der russischen Seele nennt. Bezugnehmend auf die Gemälde von Sergej Onutschkin verwies Botschafter Wladimir Grinin darauf, dass der bei Samara geborene Künstler nicht nur die Geschichte, Volkstümlichkeit und Natur Russlands zeigt, sondern auch darstellt, wie dort die Traditionen der Vorfahren gepflegt und weiterentwickelt werden.

Im Zusammenhang mit der von den Zerbster Katharinafreunden organiserten Ausstellung würdigte Botschafter Wladimir Grinin das unermüdliche Engagement des Zerbster Bürgermeisters Andreas Dittmann bei der Stärkung der russisch- deutschen Freundschaft. Das Wirken des Zerbster Bürgermeisters sei gelebte beispielhafte Volksdiplomatie, so die Worte des russischen Botschafters. Und dies sei besonders wichtig in den heutigen unruhigen Zeiten, führte er weiter aus. „Möge die Kunst der Bilder uns einen gemeinsamen Weg zu gemeinsamem Vertrauen weisen“, so Botschafter Wladimir Grinin, erklärte die Ausstellungen für eröffnet und lud zum Rendezvous mit Russland ein.

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Im anschließenden Grußwort des Zerbster Bürgermeisters Andreas Dittmann bedankte dieser sich einerseits für die Hervorhebung seiner Person in der Rede des russischen Botschafters, andererseits sprach er dem Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin seinen Dank aus, dort zum wiederholten Male mit einer Zerbster Ausstellung zu Gast sein zu dürfen.

Auch er verwies auf die gegenwärtige nicht einfache politische Lage und meinte aber: „ Der Wert einer Freundschaft zeige sich immer dann, wenn es mal holpert, wenn nicht nur immer die Sonne scheint.“ So dankte er allen Zerbstern, die sich als Privatperson oder in Vereinen wie dem Internationalen Förderverein „Katharina II.“ e.V. für gute freundschaftliche Beziehungen zu Russland einsetzen. Zudem machte Bürgermeister Andreas Dittmann auch darauf aufmerksam, dass die Einwohner von Zerbst, die noch in unseren Tagen die Spuren der Zerstörung im 2. Weltkrieg erleben, von Kindheit an ein Gefühl dafür haben, wie wichtig Frieden ist. Auch Bürgermeister Andreas Dittmann wünschte den Ausstellungen zahlreiche Besucher, die spüren, wie eng die Verbindung zwischen Russland und Deutschland tatsächlich ist.

Ausstellungskurator Evgeni A. Lukianov vom Staatlichen Historischen Museum Moskau verwies auf verschiedene Projekte des Moskauer Museums mit deutschen Partnern, u.a. anlässlich des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren. Zurzeit bereite man gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Museum ein Projekt zum 100. Jahrestag der russischen Revolution vor, berichtete Lukianov. Auch machte er darauf aufmerksam, dass diese Ausstellung in Berlin, die eigentlich im Schloss Zerbst ihr Domizil hat, um eine Reproduktion des Gemäldes Tod des Durchlauchtigsten Fürsten G.A. Potjomkin in der Steppe von Bessarabien von Michail Iwanow (1748-1823) erweitert wurde.

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Als eigentlicher Ideengeber der Ausstellungen in Berlin gilt Waldimir Teslenko, Ehrenmitglied im Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V., der ebenfalls wie auch der Künstler Sergej Onutschkin selbst für diese Ausstellungsmöglichkeit im Berliner Russischen Haus dankte. Auch überreichte Yurij Korolkov, Ehrenmitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., dem Botschafter wie dem Zerbster Bürgermeister jeweils wertvolle Kupferstiche, die er hatte auf eigene Kosten fertigen lassen. Yurij Korolkov hatte im Sommer 2015 in eigener Initiative die Ausstellung mit den Reproduktionen der Orignalporträts sozusagen aus dem Staatlichen Historischen Museums Moskau in das Schloss Zerbst „geholt“ und dafür teilweise die Kosten übernommen.

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Im Anschluss daran übergab Sergej Onutschkin Botschafter Wladimir Grinin ein Gemälde mit einer Ansicht von St. Petersburg.

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Nach der musikalischen Umrahmung der Eröffnung gab es viel Beifall für Zarin Katharina II., dargestellt von Tatjana Nindel, Vorsitzende des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., und Zar Peter III., dargestellt von Dr. Helmut Grieser vom Kieler Zarenverein. Vor allem Dr. Grieser alias Zar Peter III. appellierte an die heutigen Politiker aller Ebenen es seinen Friedensbemühungen von 1762 gleichzutun. Danach lud das Zarenpaar zum Rundgang durch die beiden Ausstellungen ein.

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Der Abend im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin wurde von den Besuchern auf der einen Seite genutzt, um sich die Gemälde anzusehen, aber auch um neue Kontakte auf deutsch- russischer Ebene zu knüpfen. So hofft auch Jörg Ulrich Stange, der Vorsitzende des Kieler Zarenvereins, demnächst eine Ausstellung über Zar Peter III. in Berlin zeigen zu können.

zerbstergazette traf Zar Peter III.
zerbstergazette traf Zar Peter III.

https://zerbstergazette.wordpress.com/2016/02/17/erstmalige-begegnung-zwischen-katharina-ii-und-peter-iii-in-zerbster-sparkasse/

Zerbst, den 30.April 2016 Annegret Mainzer

 

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