Großer Katharinenball bei Moskau: roter Teppich, Ballroben, Sektpyramiden und Ehrengäste aus Zerbst/ Anhalt

Großer Katharinenball bei Moskau: roter Teppich, Ballroben, Sektpyramiden und Ehrengäste aus Zerbst/ Anhalt

von Annegret Mainzer,  Zerbst

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Die Kronleuchter mit unzähligen funkelnden Kristallen im Katharina-Saal des Schlosses Zarizyno bei Moskau erstrahlten am Abend des 17. September diesen Jahres in edlem Glanz, um den zahlreich geladenen Gästen des 2. Großen Katharinenballs einen festlichen Empfang zu bereiten, der durchaus an vergangene imperiale Zeiten erinnert. Auch ein roter Teppich sowie eine Fotografiermeile mussten abgeschritten werden.

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Stimmengewirr, ausgehend von Frauen und Männern in sowohl modernen wie auch historischen, in extravaganten farbenprächtigen und klassisch eleganten Roben, erfüllt zunehmend den Ballsaal, an dessen dem Eingangsportal gegenüberliegenden Wand eine aus Carrara-Marmor geschaffene lebensgroße Statue der Zarin Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, steht. So scheint es, als sei Zarin Katharina II. selbst die Gastgeberin des Abends. Ideell mag das stimmen, doch der wahre Initiator und Gastgeber des 2. Großen Katharinenballs in Zarizyno ist der Internationale Verband der deutschen Kultur Russische Förderation (IDVK) mit Unterstützung seitens der Moskauer Stadtverwaltung, der Verwaltung des Schloss-und Parkensembles Zarizyno, der Stadtverwaltung Zerbst/ Anhalt sowie zahlreicher anderer Sponsoren und Partner aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur.

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Olga Martens, Direktorin des Großen Katharinenballs und erste stellvertretende Vorsitzende des IDVK, eröffnet gemeinsam mit dem aus Theater und Film bekannten Schauspieler Dmitrij Muljar den Ball, begrüßt Gäste und Ehrengäste wie die 16-jährige Esther Sophie Enke, amtierende Prinzessin von Anhalt-Zerbst. Ein Ehrengast des Abends, der die besondere Ehre hat, Grußworte an die Ballgäste zu richten, ist Andreas Dittmann, Bürgermeister der Stadt Zerbst/ Anhalt, der Heimatstadt von Zarin Katharina II. in Deutschland. Bürgermeister Andreas Dittmann bedankt sich nicht nur für die Einladung zum Großen Katharinenball, er verweist auch darauf, dass wir alle in unseren Tagen, in denen das deutsch-russische Verhältnis sehr angespannt sei, uns darauf rückbesinnen sollten, dass es immer dann den Russen und Deutschen gut gegangen und auch die Lage in Europa sehr stabil gewesen sei, wenn Russen und Deutsche sich gut verstehen, was ihm zustimmenden Beifall einbrachte. Sein Grußwort wurde von der Zerbsterin Annegret Mainzer ins Russische übersetzt.

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Dann übernahm der Tanzmeister Sergey Sosnitzkij vom Verein Russischer Ball die weitere Regie und forderte die Ballgäste auf, zur Eröffnungspolonaise Aufstellung zu nehmen. Wie im XVIII. Jahrhundert üblich, wurde der 2. Große Katharinenball in Zarizyno mit einer Polonaise eröffnet, angeführt von Gastgeberin Olga Martens und dem Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann, gefolgt von der amtierenden Zerbster Prinzessin Esther Sophie Enke und ihrem Kavalier.

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Doch nicht nur das Tanzen gehört zu einem richtigen Ball des XVIII. Jahrhunderts in Russland, in verschiedenen neben dem Ballsaal gelegenen Salons wird zum Kartenspiel, in den Literarischen Salon, zu Kalligraphieübungen und zum Anfertigen von mit Blumen geschmückten Armbändern eingeladen. Während des Ballabends haben die Gäste die Möglichkeit an einer Lotterie teilzunehmen, deren Erlös pensionierten Künstlern zugute kommt. Für diese Lotterie hat der in Zerbst/Anhalt ansässige Internationale Förderverein Katharina II. e.V. eine hochwertige Kopie eines Porträts von Katharina II. aus der gleichnamigen Zerbster Sammlung gesponsort. Yurijj Korolkov, Ehrenmitglied des Katharina-Vereins, übergibt das Porträt und der Zerbster Bügermeister Andreas Dittmann zieht das Siegerlos.

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Zu einem richtigen Ball gehören auch kulinarische Genüsse, so fehlten diese natürlich nicht auf dem 2. Großen Katharinenball in Zarizyno. Appetitlich angerichtete Canapes, und Fleischspieße, Salate, Kaviar wurden angeboten. Sektpyramiden zogen die Aufmerksamkeit der Ballgäste auf sich. Eisgekühlter Wodka stand bereit. Übrigens, Birkensaft mit Wodka auf Eis mundet sehr.

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Nicht nur zum Tanzen, Spielen, Essen und Trinken bietet der 2. Große Katharinenball in Zarizyno Gelgenheit, auch dazu, gleichgesinnte Menschen kennen zu lernen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen. Die dreiköpfige Delegation aus Zerbst/ Anhalt war ein sehr begehrter Gesprächspartner an diesem Ballabend. Auch die amtierende Zerbster Prinzessin Esther Sophie Enke wurde auf das Tanzparkett geladen.

Yurij Korolkov hatte in Eigeninitiative dafür gesorgt, dass die Stadt Zerbst/ Anhalt sich mit einem nicht zu übersehenden Aufsteller vorstellen und präsentieren konnte. Dieser Aufsteller avancierte zu einem der beliebtesten Fotomotive an diesem Ballabend. Das Logo der Stadt Zerbst/ Anhalt war auch auf jeglichen Werbematerialien des 2. Großen Katharinaenballs zu sehen.

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Mit einer grandiosen Feuershow ging der 2. Große Katharinaball in den frühen Morgenstunden des 18. September in Zarizyno zu Ende.

Fazit:

Ein außergewöhnlicher Ball und deshalb unvergesslich. Ein großartiges Projekt, denn es soll, laut Balldirektorin Olga Martens, nicht nur an die Balltraditionen und Ballkultur des XVIII. Jahrhunderts angeknüpft werden, sondern der Große Katharinenball ist ein Projekt, das Aufklärung zum Ziel hat. Aufklärung – worüber? Zum Beispiel über die Leistungen der Deutschen in und für Russland. Folgerichtig, dass eine Stunde vor Ballbeginn die Auszeichnungsveranstaltung Hervorragende Deutsche in Russland auf den Gebieten Wissenschaft, Kultur, Pädagogik, Sport usw. stattfand. Einer der Laudatoren war übrigens der Zerbster Bügermeister Andreas Dittmann.

Der Große Katharinenball fand seine Fortsetzung am 18. September im Festival der Balltraditionen zu Zeiten von Katharina II. im Park von Zarizyno. Hier konnten die Festivalbesucher sich in den Freizeitbeschäftigungen des XVIII. Jahrhunderts üben: im Tanzen, Malen, Fechten usw., aber es gab auch die Möglichkeit, sich nach der damaligen Mode frisieren und schminken zu lassen, wovon die zahlreichen Besucher trotz des windig kühlen Wetters reichlich Gebrauch machten. Zum anderen luden die Veranstalter zu Vorlesungen über historische Themen ein. Während die Katharina- Biografin Olga Eliseeva über die Reiseleidenschaft Katharinas II. referierte, informierten Andreas Dittmann und Annegret Mainzer aus Zerbst über das Gestern und Heute von Stadt und Schloss Zerbst. Auch die amtierende Zerbster Prinzessin Esther Sophie Enke stand den Fragen ihrer kleinen und großen Fans souverän Rede und Antwort.

Die Zerbster Delegation kehrte einerseits mit dem Gefühl einer erfüllten Mission und andererseits mit zahlreichen neuen Eindrücken und Ideen im Gepäck nach Hause zurück. Manche der mitgebrachten Ideen scheint auf den ersten Blick gewagt, verrückt und undurchführbar, aber man könnte sich auch mit der Idee anfreunden, einen der künftigen Großen Katharinabälle in Zerbst, der Heimat Katharinas II., zu veranstalten.

Zerbst, den 29.09.2016 Annegret Mainzer

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