Ansichten von Liechtenstein – Vernissage im Zerbster Rathaus mit international hochrangigen Gästen

Ansichten von Liechtenstein – Vernissage im Zerbster Rathaus mit international hochrangigen Gästen

Annegret Mainzer, Zerbst

Zur Eröffnung der Ausstellung Ansichten von Liechtenstein mit Werken von Alex Doll und ergänzt durch Arbeiten des Fotografen Oliver Mark aus Berlin konnte am 3. Februar d.J. Andreas Dittmann, Bürgermeister der Stadt Zerbst/ Anhalt, neben zahlreichen Zerbstern (und wenig Stadträten) auch hochrangige Gäste von auswärts begrüßen: So waren S.E. Wladimir M. Grinin, Botschafter der Russischen Förderation in der BRD und Schirmherr des Wiederaufbaus des Zerbster Schlosses, S.D. Prinz Stefan von und zu Liechtenstein, Botschafter des Fürstentums Liechtenstein in der BRD, Prof. Dr. Rainer Vollkommer, Direktor des Liechtensteiner Landesmuseums, Eduard Prinz von Anhalt sowie weitere Vertreter der Russischen Botschaft und Alexander Anisimow, Direktor des Russischen Hauses des Wissenschaft und Kultur in Berlin der Einladung nach Zerbst/ Anhalt gefolgt.

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Internationale Gästepräsenz zeigt Wertschätzung für Künstler

In seiner Begrüßungsrede dankte Bürgermeister Andreas Dittmann den Gästen nicht nur für Ihr Kommen, das er auch als eine große Wertschätzung für die ausstellenden Künstler Alex Doll und Oliver Mark nahm. Anfang 2015 wurde die Ausstellung Ansichten von Liechtenstein in Vaduz gezeigt, in der zweiten Jahreshälfte in Orenburg und Jekaterinburg und nun bis zum 3. März 2017 im Rathaus Zerbst/ Anhalt gezeigt, führte Bürgermeister Dittmann aus. Die Bilder gäben einen authentischen Vorgeschmack auf das Land, so das Zerbster Stadtoberhaupt, das selbst 1995 in Vaduz beim europaweit bekannten Mäzen Baron Eduard von Falz-Fein weilte, um dessen Schenkungen für die Zerbster Sammlung Katharina II. in Empfang zu nehmen. Noch immer spiele die Aussöhnung zwischen Deutschen und Russen eine große Rolle und Katharina II. sei dabei der Kreuzungspunkt, so erachte er es als folgerichtig, dass die Ausstellung Ansichten von Liechtenstein in Zerbst/ Anhalt gezeigt werde, beschloss Bürgermeister Dittmann sein Begrüßungswort.

Kunstschaffende und Mäzene bewegen Seelen und Herzen

Wladimir M. Grinin , Botschafter der Russischen Förderation in der BRD
Wladimir M. Grinin , Botschafter der Russischen Förderation in der BRD

Wladimir M. Grinin, Botschafter der Russischen Förderation in der BRD, weilte bereits mehrfach in Zerbst/ Anhalt und er gestand in seinem Grußwort, dass ihn die Einladung zur Eröffnung der Ausstellung Ansichten von Liechtenstein angenehm berührt habe. „Dabei dachte ich sofort an Katharina II.“, so Botschafter Grinin. Er bezeichnete Alex Doll als eines der seltensten Talente in der zeitgenössischen Kunst, dessen Werke auch eine historische Botschaft vermitteln. Botschafter Grinin verwies darauf, dass Alex Doll trotz seiner Jugend bereits mehrfach ausgezeichnet und als Ehrenmitglied in die Russische Akademie der Künster aufgenommen wurde. Außerdem machte Wladimir M. Grinin darauf aufmerksam, was den von seinem Vorredner erwähnten Baron Eduard von Falz-Fein mit Russland und Zerbst verbinde.

Kunstschaffende und Mäzene bewegen Seelen und Herzen“, so dass Fazit des russischen Botschafters.

Von den Kunstwerken geht eine Faszination aus

Prinz Stefan von und zu Liechtenstein, Botschafter des Fürstentums Liechtenstein in der BRD
Prinz Stefan von und zu Liechtenstein, Botschafter des Fürstentums Liechtenstein in der BRD

An das Grußwort des Botschafters des größten Landes der Erde, schloss sich das von S.D. Prinz Stefan von und Liechtenstein, Botschafter des Fürstentums Liechtensteins in der BRD, an. Mit Liechtenstein, das über eine Gesamtfläche von 160 km² und 37 000 Einwohner verfügt, vertritt er wohl eines der kleinsten Länder der Erde. Das könne schon mal zu Problemen mit der Akzeptanz der Pässe bei Grenzkontrollen führen, erzählte der Botschafter. „So etwas passiert dem russischen Botschafter nicht, Russland kennt jeder“, so Prinz Stefan von und zu Liechtenstein.

Des Weiteren ging er auf die ungewöhnliche Verbindung Anhalt-Russland-Liechtenstein ein, die nicht nur durch den Baron von Falz-Fein, sondern auch dadurch, dass Ende des 19. Jahrhunderts eine Vorfahr des Prinzen Gesandter des österreichischen Kaiser in St. Petersburg präsent gewesen sei, so der Botschafter Liechtensteins. Ebenso erwähnte er den Wiener Kongress, auf dem sich Zar Alexander I, die Fürsten von Anhalt und der Fürst von Liechtenstein begegnet sein müssen. Nicht nur in der Vergangenheit blieb der Botschafter behaften, er wies auch darauf hin, dass im heutigen Liechtenstein 20 % der Weltproduktion von Autolenksäulen erfolgen, die mit den in Sachsen-Anhalt hergestellten Nockenwellen in Fahrzeuge montiert würden.

Bezufnehmend auf die Werke von Alex Doll und Oliver Mark sprach er von der Faszination, die von ihren Werken ausgehe.

Es gibt mehr als man denkt

Prof. Dr. Rainer Vollkommer, Direktor des Landesmuseums Liechtenstein
Prof. Dr. Rainer Vollkommer, Direktor des Landesmuseums Liechtenstein

Die Laudatio des Tages oblag Professor Dr. Rainer Vollkommer, dem Direktor des Liechtensteiner Landesmusuems, der Alex Doll und Oliver Mark zwei außergewöhnliche Künstler nannte.

Die Fotgrafien von Oliver Mark wertete Professor Vollkommerals einen Blick von außen auf Liechtenstein, den der Fotograf mittels einer Kamera aus den fünfziger Jahren den Betrachtern ermöglicht. Oliver Mark ist auch ein gefragter Porträtfotograf, dessen Arbeiten in namhaften Zeitschriften wie Spiegel und Die Zeit veröffentlicht werden

Fotograf Oliver Mark mit dem Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann
Fotograf Oliver Mark mit dem Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann

Die Gemälde von Alex Doll, so der Laudator, seien voll von Wohlgefühl, Freude, positivem Denken und sogenanntem russischen Geist sowie Gastfreundschaft. Alex Doll habe im Alter von 13 Jahren als Ikonenmaler begonnen und sei nach Meinung von Professor Vollkommer ausgebrochen und habe angefangen, mit den Stilen zu experimentieren. Mal male Alex Doll einen Zyklus in einem Stil, mal male er einen Bilderzyklus, dabei verschiedene Stilrichtungen nutzend, so treffe man bei Alex Doll auf Imperssionismus, Realismus und Expressionismus, führte Professor Vollkommer weiter aus. Der Zyklus Ansichten von Liechtenstein ist nicht die einzige Arbeit von Alex Doll mit Bezug auf das Fürstentum Liechtenstein. Er gestaltete auch einen Zyklus über das Thema Familie, konkret zur Rolle der Frau in Liechtenstein. Dabei setzte Alex Doll schon immer besondere Akzente durch die Farbenfreude seiner Bilder. Abschließend dankte Professor Vollkommer für die Einladung nach Zerbst/ Anhalt und über die Verbindung Anhalt-Russland-Liechtenstein meinte er: „Es gibt mehr , als man denkt.“

Zerbst/ Anhalt – Treffpunkt für Russland und Deutschland

der russische Künstler Aex Doll
der russische Künstler Alex Doll

Der russische Künstler Alex Doll, der den Reigen der Festredner beschloss, meinte mit sichtlichem Stolz, dass die Stadt Zerbst/ Anhalt für jeden Russen eine symbolische Kraft habe, denn hier sei der Punkt, wo sich Russland und Deutschland träfen. Alex Doll empfand es als eine große Ehre, an diesem Ort ausstellen zu dürfen.

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Im Anschluss an die Eröffnung hatten die Gäste, unter ihnen auch Mitglieder verschiedener Zerbster Vereine wie Katharina- und Schlossverein sowie Kulturaktion, die Möglichkeit die in den Reden viel gepriesenen Kunstwerke in Augenschein zu nehmen und mit den Künstlern und Ehrengästen ins Gespräch zu kommen, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. So wurden Autogramme erhascht und die Zerbsterin Annegret Mainzer überreicht dem russischen Botschafter Grinin einen Auszug zu ihrem Manuskript Mitteldeutsche bzw. Anhaltische Karrieren im Russischen Reich bis 1918. Der Botschafter seinerseits versprach, dieses zu kommentieren.

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Zerbsterin Annegret Mainzer überreicht Botschafter Grinin ihr Manuskript
Zerbsterin Annegret Mainzer überreicht Botschafter Grinin ihr Manuskript

Die musikalische Umrahmung dieser Vernissage lag in den Händen des aus der nordukrainischen Stadt Schytomir stammenden Bajanisten Leonid Norinsky.

Leonid Norinsky am Bajan
Leonid Norinsky am Bajan

Fazit: Ist die momentane Lage in der sogenannten großen Politik noch weit von Entspannung entfernt, so haben es doch Künstler wie Alex Doll und Oliver Mark in der Hand, durch ihre Kunstwerke Menschen verschiedener Nationalitäten und Lebensansichten zusammenzuführen und sie eine gemeinsame, verbindende Sprache finden zu lassen. Doch Kunst bedarf auch stets einer Förderung und Unterstützung. Deshalb gilt unser Dank nicht nur den Künstlern, auch all denen, die den Künstlern diese Förderung zukommen lassen: dem Bürgermeisteramt Zerbst/ Anhalt sowie den Botschaften Russlands und Liechtensteins in Deutschland. Aber der Dank geht auch an Wladimir Teslenko, Ehrenmitglied des Internationalen Fördervereins Katharina II. Zerbst e.V., der den Kontakt zwischen den Künstlern und der Stadt Zerbst/ Anhalt herstellte.

zerbstergazette trifft Alex Doll
zerbstergazette trifft Alex Doll

Zerbst, den 04. Februar 2017

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Ein Gedanke zu “Ansichten von Liechtenstein – Vernissage im Zerbster Rathaus mit international hochrangigen Gästen

  1. Hallo Annegret,
    leider konnte ich nicht an der Veranstaltung teilnehmen, wurde jedoch ausführlich u. begeistert von J. Lüdecke informiert. Danke dir auch für deine umfassenden Ausführungen zu diesem hochinteressanten Event!
    LG Ilona Pflug

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