Großer Katharinaball – 2017 bei Moskau: Ein Hauch von Hollywood und Zerbster waren dabei

Großer Katharinaball – 2017 bei Moskau: Ein Hauch von Hollywood und Zerbster waren dabei

Annegret Mainzer, Zerbst

Das festlich illuminierte Palais in all seiner Imposanz, die vollendet stilvolle Begrüßung durch nach barocker Mode gekleidete Animateure, der Klang höfischer Musik aus hell erleuchteten Fenstern, das sofort gnadenlos einsetzende Blitzlichtgewitter beim Betreten des roten Teppichs sowie die Presse-und Sponsorenwand vermittelten den illustren Gästen in ihren noblen Roben aus meist erlesenem Zwirn beim 3. Großen Katharinaball am Abend des 16. September d.J. in Zarizyno bei Moskau einen Hauch von Hollywood und Oscar-Nacht.

Aus Zerbst/Anhalt besuchten Annegret Mainzer und Dirk Herrmann den Ball.

 Während sich Hollywood erst in den 1920er Jahren als mondäne Filmwelthauptstadt etabliert hat, gehen die durch den Internationalen Verband der Deutschen Kultur Russische Förderation (IVDK) in Kooperation mit zahlreichen russischen und deutschen Partnern organisierten Großen Katharinabälle auf die Tradition der Bälle bei Hofe zur Zeit von Zarin Katharina der Großen, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, zurück.

Der nun mehr seit drei Jahren jährlich stattfindende Große Katharinaball, so die Intention der Gastgeber, macht als gesellschaftliches Ereignis auf internationaler Ebene nicht nur auf die bereits erwähnten Balltraditionen im 18. Jahrhundert aufmerksam, sondern auch auf den Beitrag, den die in Russland lebenden Deutschen seit nun mehr als 255 Jahren zum Wohle ihrer Wahlheimat erbracht haben. So hat der Große Katharinaball auch eine Brückenfunktion. Ungeachtet aller Sanktionen und Gegensanktionen dient dieses kulturelle Ereignis mit Aufklärungscharakter der Vertiefung der heutigen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Nicht unerwähnt sollte beiben, dass die Ausrichtung des Großen Katharinaballs vom Department für nationale Politik und überregionale Beziehungen der Stadt Moskau unterstützt wird.

Deshalb besuchten den Großen Katharinaball 2017 nicht nur Deutsche, die in Moskau, Omsk, Orenburg und anderen russischen Städten zu Hause sind, auch aus Deutschland und aus der Schweiz waren die Gäste angereist. Aus Halle an der Saale kam der Theatermacher, Schauspieler, Regisseur und Kommunalpolitiker Tom Wolter, aus der Schweiz war Michael Keil, der Präsident der Kosmetikfirma Aquapresén Swiss Cosmetics, mit Tochter angereist und aus Zerbst/ Anhalt nahmen am diesjährigen Großen Katharinaball Vertreter zweier kulturhistorisch orientierter Vereine teil, nämlich Annegret Mainzer, Vorstandsmitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., und der Vorsitzende des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. – Dirk Herrmann. Bereits im vorigen Jahr konnte auf dem Großen Katharinaball in Zarizyno der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann begrüßt werden. Aber auch der Moskauer Yurij Korolkov, ebenfalls Mitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., war unter den Ballgästen anzutreffen.

Wie bereits im Vorjahr oblag die Eröffnung des Ballabends Olga Martens, der Direktorin des Großen Katharinaballs und stellvertretenden Vorsitzenden des IVDK, die in ihren Begrüßungsworten ihren Enthusiasmus, ihre Begeisterung und ihren berechtigten Stolz darauf, dass es bereits zum dritten Mal gelungen ist, den Großen Katharinaball zu organisieren, nicht zurückhielt und die Gäste von nah und fern aufs Herzlichste begrüßte.

Begrüßung der Gäste durch Balldirektorin Olga Martens

Wie es sich für einen Großen Katharinaball gehört, eröffneten anschließend die Kadetten aus der präsidialen Kadettenschule Orenburg unter Anleitung der Tanzmeister und Choreografen Sergey Sosnitsky und Anna Nikolajewa den Ball. Die beiden Tanzpädagogen sorgten auch den gesamten Abend unentwegt dafür, dass alle Tanzbegeisterten auf ihre Kosten kamen.

   

Das Geschehen auf dem Tanzparkett, das sich fast nie leerte, erinnerte durchaus an den Film Eine rauschende Ballnacht, dessen Handlung in Moskau im Jahre 1865 spielt, und der 1939 in Venedig seine Premiere feierte.

Ein wesentlicher Bestandteil des Großen Katharinaballs stellt auch eine Lotterie dar, deren Erlöse zugunsten der Stiftung „Artist“ gehen, die sich um russische Künstler im Alter kümmert. Auch die Stadt Zerbst/Anhalt und sowohl der Förderverein Schloss Zerbst e.V. wie auch der Internationale Förderverein “Katharina II.“ Zerbst e.V. hatten verschiedene Preise dafür gestiftet. Zhanna Tashmetova, angereist zum Ball aus Omsk, war dann die glückliche Gewinnerin der Mappe mit hochwertigen Kunstdrucken von allen Residenzen Anhalts.

Zhanna Tashmetova aus Omsk (Mitte) gewann den von der Stadt Zerbst/Anhalt gestifteten Preis

Im Verlaufe des Großen Katharinaballs hatten die Gäste nicht nur die Möglichkeit, das Tanzbein zu schwingen, sie konnten sich auch kreativ betätigen. So konnten sie sich auch in Kalligraphie ausprobieren, Blumenarmbänder anfertigen, Karten spielen und sich über Mode und Etikette zur Zeit des Barock informieren. Und alles passierte stets unter der „Aufsicht“ von Zarin Katharina der Großen

                  

Auch zur direkten Kommunikation, sozusagen vis-a-vis lud dieser Große Katharinaball ein. So nutzten die Gäste aus Zerbst/Anhalt die Gelegenheit, unter anderem mit Balldirektorin Olga Martens und Heinrich Martens, dem Vorsitzenden des IVDK, über ihre Eindrücke und künftige Projekte zu sprechen. Das nächste größere künftige Projekt bildet die Ausrichtung des 4. Großen Katharinaballs 2018 in Zerbst/Anhalt. Auch von der Moskauer Deutschen Zeitung wurden Annegret Mainzer und Dirk Herrmann zum Interview gebeten.

Beendet wurde der glamouröse Ballabend mit einer Lichtershow im Schlosspark.

Der 3. Große Katharinaball nahm seinen Anfang jedoch nicht erst mit dem Eintreffen der ersten Gäste am roten Teppich. Bereits am Nachmittag des 16. September luden die Organisatoren in den Park von Zarizyno zu einem Fest, auf dem sich kleine und große Besucher im barocken Tanz ausprobieren und Shows, in denen wie die Musketiere mit scharfen Degen gefochten wurde, ansehen konnten.

Höhepunkt der nachmittäglichen Festivität war die Aufführung des Musicals „Fike“, das die Frage >Wie wurde aus der kleinen Fike die große Katharina?< unter der Regie von Irina Lindt thematisierte. Natürlich waren die Gäste aus Zerbst/Anhalt unter den Zuschauern und sprachen sogar mit Elena Eliseeva und Ivan Zolotuchin, den Darstellern von Katharina und Peter im Kindesalter. Über das Musical „Fike“ berichtet zerbstergazette zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher.

            

Tradionsgemäß fand vor Ballbeginn auch die Auszeichnungsveranstaltung „Russlands herausragende Deutsche 2017“ statt. In diesem Jahr waren unter den Preisträgern die Schauspielerin Tatjana Pilezkaja und ihr Kollege Alexander Frisch. In der Kategorie Wissenschaft wurde Dmitrij Knorre, Professor der Chemie geehrt, der sich aufgrund seines hohen Alters per Video für die Auszeichnung bedankte.

In den Jahren 2015-2017 hat der IVDK bei der Ausrichtung der bisherigen drei Großen Katharinabälle eine hohe Messlatte angelegt, die zu erreichen, die Stadt Zerbst/Anhalt im Jahr 2018 sicherlich keine Mühe hat. Da aber der Große Katharinaball dann in der Heimatstadt Katharinas des Großen stattfinden wird, eröffnet dies die Chance, das Ballkonzept eventuell um wenige spezielle „Zerbster“ Nuancen zu bereichern. Deshalb tagt die Soko Katharinaball Zerbst bereits in diesem Herbst.

Zerbst, den 24. September 2017

 

 

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