Präsentation des Gemäldes „Erste Begegnung“ in Zerbst

Präsentation des Gemäldes „Erste Begegnung auf Schloss Eutin“ in Zerbst

Annegret Mainzer, Zerbst

Die Erwachsenen auf dem Gemälde Erste Begegnung auf Schloss Eutin der russischen Künstlerin Elena Orlova-Afinogenova sind augenscheinlich nur mit sich selbst beschäftigt, nehmen von den zwei Kindern im Vordergrund des Bildes keinerlei Notiz, drehen ihnen den Rücken zu.

Dabei sind dieses Mädchen und dieser Knabe – Prinzessin Sophie Auguste Friedrike von Anhalt-Zerbst-Dornburg und Herzog Karl Peter Ulrich von Holstein-Gottorp – die eigentlichen Hauptpersonen, denn als Zarin Katharina II. und Zar Peter III.schrieben sie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts europäische Geschichte.

Doch zu jenem Zeitpunkt, als die beiden sich im Jahr 1739 auf Schloss Eutin zum ersten Mal begegneten, waren diese, ihre Laufbahnen noch nicht absehbar. Deshalb das Desinteresse der Erwachsenen. Kinder waren seinerzeit lediglich Schachfiguren im politischen Interessenspiel der Erwachsenen. Deshalb zeigt das Gemälde auch ein Schachbrett im Schlosspark Eutin. Deshalb wurde damals auch kein Hofmaler offiziell damit beauftragt, diese Begegnung der Zerbster Prinzessin und des Holsteiner Herzogs mit Pinsel und Farbe für die Nachwelt festzuhalten.

Erst etwa 278 Jahre später, im Jahr 2017 wagte die im einstigen Leningrad (heute: St. Petersburg) geborene Malerin Elena Orlova-Afinogenova, diese Szene ins Bild zu setzen. Grundlagen ihrer fast einjährigen Arbeit am Gemälde bildeten einerseits die Memoirenliteratur aus dem 18. Jahrhundert und andererseits Recherchen in Eutin, aber auch ihre bereits früher gemachten Erfahrungen mit der Anfertigung von Porträts nicht mehr lebender historischer Persönlichkeiten. So findet sich seit dem Sommer 2015 ein von Elena Orlova-Afinogenova angefertigtes Porträt der jungen Fike, wie Zarin Katharina II. in ihrer Kindheit gerufen wurde, in der Zerbster Sammlung Katharina II.

Am 12. März fand im Rahmen der 52. Zerbster Kulturfesttage die erste öffentliche Präsentation des Gemäldes Erste Begegnung auf Schloss Eutin von Elena Orlova-Afinogenova im Zerbster Atelier der Kunstgalerie fabra ars (Magdeburg) statt. Mitorganisator der Präsentation war der 1992 gegründete Internationale Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V., so begrüßte Tatyana Nindel, Vereinsvorsitzende und Galerieinhaberin, gut 45 interessierte Gäste.

Die Künstlerin Elena Orlova-Afinogenova bedankte sich vorrangig für die ihr erwiesene Unterstützung während des Schaffensprozesses dieses Gemäldes. In erster Linie gilt ihr Dank der Familie Nindel als Galerieinhaber, aber auch den Kindern Ruby und Timo, die einige Zeit im historischen Kostüm geduldig posieren mussten. „Es war ein angenehmes Arbeiten“, führt die Künstlein weiter aus. Auch ein kleiner Hund, der ihr zufällig im Zerbster Schlossgarten begegnet war, wurde in das Team der Models integriert. Positiv berührt war Elena Orlova-Afinogenova auch von der Tatsache, dass während des Malens des Gemäldes die Zerbster keine Scheu hatten, in das Zerbster Atelier der Kunstgalerie fabra ars reinzuschauen. Das gebe Energie und bringe unverzichtbare Freude, so die Künstlerin.

Des Weiteren führt Elena Orlova-Afinogenova aus, dass sie jedem Betrachter zugesteht, selbst über das Bild zu urteilen, seine Interpretation zu finden. Und so wie im Jahr 1739 das Schicksal der beiden dargestellten Fürstenkinder noch offen war, hat sie auch das Bild offen gestaltet, jedoch durch die Darstellung der Hunde versuchte sie, die Gefahr für den holsteinischen Prinzen anzudeuten. Großen Wert legte die Malerin nach eigenen Worten darauf, die Kinder als Kinder und nicht als historische Persönlichkeiten darzustellen.

Elena Orlova-Afinogenovas großformatiges Gemälde Erste Begegnung auf Schloss Eutin offenbart dem Betrachter nicht nur zwei Welten, die der Kinder und die der Erwachsenen, sondern ist auch eine ästhetische Augenweide. Auf jedem Quadratzentimeter entdeckt man eine Fülle von liebevoll gestalteten Details. Die Liebe der Künstlerin für das naturgetreue Detail zeigt sich in der Kleidung und in den modischen Accessoires und höfischen Attributen der abgebildeten Personen. Nicht zu übersehen ist auch eine gewisse Affinität der Künstlerin für Blumen, Tiere, Vögel und Schmetterlinge, was sich auch in so manchem ihrer anderen Bilder zeigt. Durch das Schloss Eutin im Hintergrund des Bildes ist der reale historische Bezug gegeben.

   

Aufgrund der von ihr angewandten Technik der mehrschichtigen Ölmalerei mit einer durchsichtigen Oberflächenlasur, die auf einer Technik beruht, derer sich schon die Meister im Barock bedienten, erreicht Elena Orlova-Afinogenova eine hohe Lebendigkeit und Plastizität des Dargestellten. Somit gelingt ihr eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die hohen künstlerischen Ansprüchen genügt.

Wie sieht die Zukunft des Gemäldes Erste Begegnung auf Schloss Eutin von Elena Orlova-Afinogenova aus?

Elena Orlova-Afinogenova gestaltet vom 17. März bis zum 16. April 2017 in der Kunstgalerie fabra ars in der Grünen Zitadelle in Magdeburg eine Personalausstellung mit dem Titel Begegnungen, wo dieses Bild ebenfalls präsent sein wird.

Geplant ist auch, ihr Gemälde Erste Begegnung auf Schloss Eutin von Mai bis Juni 2017 in der Landesbibliothek Schleswig-Holstein auszustellen. Wo das Gemälde seinen endgültigen Platz finden wird, darüber ist noch keine Entscheidung getroffen worden.

Zerbst, Eutin, Kiel, St. Petersburg …..

zerbstergazette trifft Tatyana Nindel (1.v.l.) und Elena Orlova-Afinogenova (2.v.l.)

Zerbst, den 12. März 2017

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